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In Flagranti im Interview auf Frischer Tat ertappt PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 22. Juni 2010 um 14:00

In Flagranti – wie auf Frischer Tat ertappt und Texte, die so klug sind, dass sie sich ins Gehirn brennen. So kann man sich die Band mit erfrischendem Stil auch vorstellen. Auch sie haben etwas Außergewöhnliches an sich: den Einfluss der Ska-Musik. Seit vielen Jahren betreiben die Mitglieder Musik und haben sich letztendlich in dieser Band und in der Konstellation zusammen gefunden. Bestehend aus Tobias (Gesang), Etienne (Gitarre), Sascha (Gitarre und Trompete), Anne (Gesang und Bass) und Rainer (Schlagzeug) konnte mir Sascha einen kleinen Einblick über die Band verschaffen:

 

von Josephine Senger (JS)

 

Das Interview:

JS: Wie ist der Name zustande gekommen?

Sascha: Der Name. Wir hatten vorher in der Band „Non Plus Ultra“ gespielt. Allerdings ging diese Band in die Brüche, weil wir Probleme mit dem Sänger hatten. Mit neuem Sänger war die neue Band gefunden und der Name hat einfach so gut zu uns gepasst.

JS: Woher kommt Eure Vorliebe zum Ska?

Sascha: Diese Vorliebe kommt vor allem durch unseren Sänger, Tobias und Schlagzeuger, Reiner. Punk und Ska hat sie geprägt und daher ist diese Musikvorliebe entstanden. Wir kennen das teilweise aus der Jugend und weiterhin, weil wir bereits in unterschiedlichsten Bands gespielt haben.

Ska lädt vor allem zum tanzen und mitmachen ein. Außerdem gefällt uns diese Richtung, weil wir Bläser mit einsetzten können. Auch ich persönlich gehöre zu den Anhängern des Ska. Die Band Ska-P war in der Hinsicht sehr prägend für uns und somit haben wir versucht diese Vorliebe mit einzubauen.

Dabei entsteht allerdings ein kleiner Konflikt, weil auch etwas härtere Musik mit dabei ist. Diese Einflüsse stammen von den Ärzten, von denen wir auch einige Songs gecovert hatten.

JS: Als Resonanz gesehen, läuft es mit der Band besser als mit „Non Plus Ultra“?

Sascha: Es läuft sogar deutlich besser. Wir sind auch auf privater Ebene Freunde und können sehr offen mit Musik umgehen. Uns macht es sehr viel Spaß, Musik zu machen und gerade weil wir das aus Leidenschaft tun, gibt es bei uns so gut wie keine Probleme.

JS: Wie lange macht Ihr denn schon Musik?

Sascha: Alle von uns schon über 10 Jahre. Man wächst durch verschiedene Sachen mehr und mehr. Unser Schlagzeuger z. B. hat anfangs in einer Blaskapelle gespielt. Das, seine Freunde und verschiedene Musikclubs haben ihn geprägt. So orientiert man sich an anderen und kann sich selbst verbessern.

JS: Warum schreibt Ihr gerade Texte auf Deutsch?

Sascha: Sie sind meistens auf Deutsch, weil wir sie selber schreiben, damit sie 1) jeder versteht, 2) weil wir unsere Muttersprache voran treiben wollen und 3) wir auch sozialkritische Texte behandeln und wir diese auch in den Mittelpunkt stellen.

Mit Englisch würden wir die Leute schwieriger erreichen, vor allem weil Englisch eine Sprache ist, mit der man sehr um das Problem drum herum reden kann. Mit deutscher Sprache erreichen wir die Leute besser. Jedoch komponieren wir nicht nur sozialkritische, sondern auch humorvolle Texte.

JS: Gibt es Hintergrundgeschichten zu eueren Songs, weil es Euch selbst widerfahren ist, oder weil Ihr das irgendwo mitbekommt, oder denkt Ihr euch einige Szenarien aus?

Sascha: Die Frage ist gut. Also bei uns trifft alles zu. Manches können wir direkt an bestimmten Personen festmachen. Weiterhin behandeln wir in einem Song den Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland, obwohl diese soziale Spaltung fast nach 21 Jahren Wiedervereinigung kein Thema mehr sein sollte.

Und das passt auch auf unser soziales Umfeld. Einige Themen denken wir uns auch nur so aus. Wenn wir Songs schreiben sollen sie auch lustig sein und viel Spaß machen. Wir setzen somit auch Übertreibungen ein und wollen auch mal etwas auf die Spitze treiben. So entstehen Texte mit Themen, die es so nicht gibt, bei denen sich aber der Hörer denken kann, ja klar, so könnte es sein.

JS: Schon mal Hotelzimmer oder so was in der Art verwüstet?

Sascha: (lacht) Naja, Hotelzimmer nicht gerade. Wir haben schon in verschiedenen Clubs gespielt und wie man das halt so kennt, muss man ja mit so einer großen Band nach dem Auftritt auch irgendwo unterkommen. Daher kam es schon öfter mal vor, dass wir am nächsten Morgen zwischen unendlichen Bierdosen aufgewacht sind. Aber zerstört haben wir noch nichts.

JS: Was wünscht Ihr euch für die Zukunft?

Sascha: Wir wollen erreichen, dass unser Bekanntheitsgrad steigt und unsere Menge an Fans weiter ausgebaut wird. Wir wollen Menschen mit unserer Musik begeistern, die verstehen, was wir ausdrücken wollen. Wir wollen keine Leute zum Heulen bringen, sie sollen Spaß mit unserer Musik haben.

Wir wollen erreichen, dass die Leute zu unseren Auftritten kommen, wenn sie wissen, dass wir spielen. Genau das bereitet uns Freude. Aber eines steht fest. Wir sind nicht darauf aus, Geld mit unserer Musik zu verdienen, weil das auch eher ein Hobby ist und nicht unser Hauptberuf.

JS: Das ist eine löbliche Einstellung. Es gibt auch Bands, die das nur vorgeben und eigentlich doch mit ihrer Musik groß rauskommen wollen und natürlich auch damit Geld damit verdienen wollen.

Sascha: Dazu kann ich sagen, dass es ohne Geld auch nicht geht, das stimmt schon. Aber das ist nicht unser vorrangiger Grund, auf die Bühne zu steigen. Wir müssen unseren Proberaum finanzieren, was zurzeit von den Mieten der Mitglieder bezahlt wird und dann gibt es noch die Technik und die Instrumente.

Manches Equipment hat seine Reparaturen nötig und nur mit gutem Werkzeug kann man gute Musik machen. Und das soll von dem erspielten Geld finanziert werden. Weiterhin kann ich dazu sagen, dass wir niemals einen Auftritt für einen guten Zweck ablehnen würden, was wir auch bisher nie getan haben.

JS: Welche Benefizkonzerte waren darunter? Kennt man einige Veranstalter?

Sascha: Das waren eher kleinere Sachen. Im Vogtland haben wir bisher kleinere Sachen gehabt. Ich bin der Einzige, der aus der Region Kohren-Sahlis kommt. Wir versuchen unser Publikum hier gezielt weiter auszubauen. Wir haben vom Bandcontest erfahren und haben uns gesagt, genau das wollen wir für uns nutzen.

JS: Wann und wo ist Euer nächster großer Auftritt nach dem Bandcontest?

Sascha: Am 31. Juli treten wir bei einem privaten Firmenjubiläum auf. Am 14. August hatten wir eigentlich auch noch einen Auftritt geplant, aber der wurde abgesagt. Wir mussten uns für das Frühjahr etwas einschränken, weil ich jetzt noch Meisterschule habe, die ich gern noch abschließen würde, bevor wir uns wieder richtig reinhängen.

Zusätzlich ist unser Gitarrist derzeit beim Wehrdienst. Es gestaltete sich somit einfach schwierig, an uns zu feilen. Ab August proben wir allerdings wieder. Unser Ziel ist es nicht, beim Bandcontest zu gewinnen, sondern Spaß zu haben.

JS: Angenommen, Ihr würdet gewinnen. In was würdet Ihr euer Preisgeld investieren?

Sascha: Darüber sind wir uns noch nicht ganz einig. Größtenteils fehlt uns noch die Technik. Bisher haben wir uns diese immer gemietet. Daher sparen wir auf jeden Fall schon mal für eine neue Anlage.

JS: Somit hätten wir die Sache auch schon hinter uns gebracht. Vielen Dank für dieses erfolgreiche Interview. 

Sascha: Keine Ursache. Ich habe zu danken.

 

 

 

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