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Deutzen. Zum zweiten Mal ging Sonnabend das Finale des Band Contest Online der VR Bank Leipziger Land im Kulturpark Deutzen über die Bühne. In den vergangenen Wochen konnte im Internet abgestimmt werden. Die sechs Bands mit den meisten Punkten traten vorgestern an, um den Gewinner zu bestimmen. Wie bereits im Vorjahr galt es für die Musiker, eine dreiköpfige Jury sowie das Publikum zu überzeugen. Jeweils zu 50 Prozent gingen die vergebenen Punkte in die Wertung ein. Am Ende jubelten die Regis-Breitingener „woman2men+" über den Sieg.
Von Jörg Reuter
Als VR Bank-Vorstand Andreas Woda gegen halb zwölf die diesjährigen Sieger bekannt gab, fiel den Regisern ein Stein vom Herzen, während manch anderem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand. Über zwei Stunden hatten die Bands Texas music Massacre, Semper Fall.PA, MeskaliN, Schwarzlicht, In Flagranti und woman2men+ ihr Bestes auf der Bühne gegeben.
Pünktlich 20 Uhr eröffneten Texas music Massacre den Reigen. Das Trio trat mit einem vor Coolness nur so strotzenden Garagen-Rock 'n' Roll an. Mit Sessel auf der Bühne (für den Gitarristen) und ausstaffiert mit Cowboyhüten und Sonnenbrillen bewiesen sie gleichermaßen Witz und musikalisches Können. Eigentlich, so stellte sich später heraus, nahmen die Bad Lausicker mehr aus Spaß teil und nicht um zu gewinnen, denn hinter den dunklen Gläsern verbargen sich die Gewinner des letzten Jahres: die Metalband Triekonos. Wie dem auch gewesen sein mag, die drei verstehen ihr Handwerk und schafften am Ende den wohlverdienten zweiten Platz.
Im Anschluss gingen Semper Fall.PA, die einzige nicht aus der Region, sondern aus Berlin kommende Combo an den Start. Melodischer Punkrock ist ihr Metier. Wobei der Aspekt Melodie ein ganzes Stück zu kurz kam. Mit unkoordiniertem und mit falschen Tönen angereichertem Zusammenspiel landeten die Hauptstädter schließlich auf dem letzten Platz.
Mit MeskaliN aus Neukieritzsch stand als Nächstes die Band mit den lautesten Fans im Rampenlicht. Witzig und mit viel Spielfreude lieferten sie klassischen Geradeaus-Punk ab. Zur Enttäuschung ihrer Anhängerschaft reichte es am Schluss jedoch nur für den vierten Platz. Vor allem der Gesang bei langsameren Stücken konnte offensichtlich nicht genug Zustimmung finden.
Den Röthaern Schwarzlicht war das Lampenfieber bei ihrem Auftritt deutlich anzusehen. Immerhin standen sie vor fast 1000 Gästen, die ihnen genau auf die Finger sahen, um eventuell drei, zwei, einen oder eben keinen Stern zu vergeben. Wirklich ruhig wurden sie nicht und bleiben so hinter ihrem Können zurück: Ergebnis nur Platz fünf. Nicht aus Kohren-Sahlis, wie geschrieben stand, sondern aus Markneukirchen stammen In Flagranti. Die fünf lieferten unter allen angetretenen Bands den professionellsten Auftritt ab. Mit ihrem gut gemachten und sauber gespielten Ska-Punk avancierten sie zu den heimlichen Lieblingen des Publikums, der Jury und auch etlicher Musiker. Trotzdem unterlagen sie den zweiten Gewinnern und kamen auf Rang drei.
Als einzige Band konnten sich woman2men+ zum zweiten Mal für das Finale qualifizieren. Im letzten Jahr hatten sie den zweiten Platz errungen. Offensichtlich haben woman2men+ in den vergangenen zwölf Monaten viel gearbeitet. Ihre Musik ist ausgereifter geworden, ihre Songs runder. Am Ende gewannen sie nicht unverdient das Siegergeld von 500 Euro. „Das ist total geil. Wir brauchen bestimmt noch 48 Stunden, um das zu realisieren", meinte Schlagzeuger Karsten Zitzmann, während er mit seinen Bandkollegen glücklich und vor allem erleichtert den Erfolg feierte.
Quelle: Leipziger Volkszeitung online
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